06.12.13

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Weltreise 2011 / 2012

18.12.2011 - 06.02.2012 Reiseverlauf_MS_Albatros

50_Tage_Kreuzfahrt_mit_der_MS_Albatros

Reisekarte

06.02.2012_-_16.03.2012_Neuseeland

16.03.2012_-_24.03.2012_Rückreise_nach_Hause

Unsere Vorüberlegungen und ersten Entwürfe beginnen am 4.2.11. Parallel denken wir noch über ein eigenes Segelboot nach, mit dem wir aufgrund der steigenden Benzin und Dieselpreise günstig weitere Reisen unternehmen könnten. Da das Wetter zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht war, skizzierten wir eine Weltreise mit den verschiedensten Aufenthalten. Mit dieser Vorlage im Kopf gingen wir am 9.2.11 auf die Reisemesse in Hamburg. Dort sammelten wir verschiedene Kataloge zu diesem Thema ein und stellten einem Aussteller die Aufgabe uns so etwas einmal aus zu arbeiten.  Im Verlauf der Sichtung der Kataloge fiel uns eine Reise mit der Costa Deliziosa auf, die in 100 Tagen um die Welt fährt. Leider war die Reise 2011/2012 schon ausgebucht und wir ließen uns sicherheitshalber schon mal für 2012/2013 auf die Warteliste setzen. Dies taten wir in einem Reisebüro in Glinde, wobei es einen Haken gab. Wir mussten warten, bis wir eine Kabine zugewiesen bekamen und dann wäre die Reise verbindlich gebucht - wir hätten also keine Möglichkeit, uns das noch einmal zu überlegen. Weitere Kataloge für ähnliche Reisen bekamen wir mit nach Hause, die wir dann durchwühlten.

Hier fanden wir dann eine neue Reise die uns sehr ansprach. Da wir nach dem Essen und vor unserem privaten Wellness gerne noch etwas fernsahen, wechselten wir immer in die Doku "Verrückt nach Meer", die über die Reise und die Hafenplätze der MS Albatross berichtete. Wir fanden eine Reise mit der MS Albatross ausgehend von Hamburg aus, ab dem 18.12.2011 bis nach Auckland in 50 Tagen. Und wenn wir dann schon mal da unten sind, wollten wir auch gleich noch etwas Zeit auf Neuseeland verbringen. Kathrin hängte sich voll in die Planung und Kostenkontrolle hinein, und so nahm unsere Reise langsam "Gesicht" an. Leider gab es in Christchurch am 21.2.2012 ein großes Erdbeben, was uns etwas in der Euphorie für die Südinsel für NZ bremste.

Am 23.2.2012 buchen wir die Reise mit der MS Albatross. Den Rest können wir erst später buchen, da Flüge max. 11 Monate vorher gebucht werden können. Gedanklich und auch real legen wir die ersten Listen an, die wir im Laufe des Jahres für unsere Abwesenheit abarbeiten müssen. Auch wollen wir einen Koffer mit besserer Bekleidung von Auckland zurück nach Hamburg schicken, ohne damit 5 Wochen durch Neuseeland zu fahren.

Am 17.11. erhalten wir die Reiseunterlagen für Neuseeland und am 29.11.2011 die Unterlagen für die Kreuzfahrt mit der Albatros.

 

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MS Albatros in Auckland am 07.02.2012

Reiseverlauf MS Albatros

 

 

 

 

 

So

18.12.

Hamburg

-

19:00

Mo

19.12.

Urlaub auf See

-

-

Di

20.12.

Urlaub auf See

-

-

Mi

21.12.

Urlaub auf See

-

-

Do

22.12.

Urlaub auf See

-

-

Fr

23.12.

Funchal / Madeira / Portugal

09:00

18:00

Sa

24.12.

Heiligabend auf See

-

-

So

25.12.

1. Weihnachtstag auf See

-

-

Mo

26.12.

2. Weihnachtstag auf See

-

-

Di

27.12.

Urlaub auf See

-

-

Mi

28.12.

Urlaub auf See

-

-

Do

29.12.

Urlaub auf See

-

-

Fr

30.12.

Bridgetown / Barbados

10:00

21:00

Sa

31.12.

Scarborough / Tobago

08:00

14:00

 

 

Silvesterabend in Port-of-Spain/Trinidad

20:00

02:00

So

01.01.

Isla Margarita / Venezuela

12:00

18:00

Mo

02.01.

Willemstad / Curaçao / Niederl. Antillen

14:00

20:00

Di

03.01.

Kreuzen im Karibischen Meer

-

-

Mi

04.01.

San Blas Inseln / Panama ®

12:00

18:00

Do

05.01.

Panama-Kanal

-Durchfahrt-

Fr

06.01.

Urlaub auf See

-

-

Sa

07.01.

Puntarenas / Costa Rica

07:00

20:00

So

08.01.

Kreuzen vor der Küste Lateinamerikas

-

-

Mo

09.01.

Puerto Quetzal / Guatemala

06:00

20:00

Di

10.01.

Urlaub auf See

-

-

Mi

11.01.

Einfahrt in die Bucht von Acapulco

-

-

 

 

Acapulco / Mexiko

08:00

-

Do

12.01.

Acapulco / Mexiko

-

21:00

 

 

Ausfahrt aus der Bucht von Acapulco

-

-

Fr

13.01.

Zihuatenejo / Mexiko ®

07:00

14:00

Sa

14.01.

Urlaub auf See

-

-

So

15.01.

Urlaub auf See

-

-

Mo

16.01.

Urlaub auf See

-

-

Di

17.01.

Urlaub auf See

-

-

Mi

18.01.

Urlaub auf See

-

-

Do

19.01.

Urlaub auf See

-

-

Fr

20.01.

Taiohae / Nuku Hiva / Marquesas Inseln ®

12:00

21:00

Sa

21.01.

Kreuzen in der Südsee

-

-

So

22.01.

Rangiroa / Tuamotu Atoll / Franz.Polynesien ®

10:00

17:00

Mo

23.01.

Papeete / Tahiti / Franz.Polynesien

08:00

24:00:00

Di

24.01.

Moorea / Franz.Polynesien ®

07:00

18:00

Mi

25.01.

Raiatea / Franz.Polynesien ®

08:00

18:00

Do

26.01.

Bora Bora / Franz.Polynesien ®

08:00

18:00

Fr

27.01.

Kreuzen in der Südsee

-

-

Sa

28.01.

Kreuzen in der Südsee

-

-

So

29.01.

Pago Pago / Amerik. Samoa

13:00

23:00

Mo

30.01.

Apia / Samoa-i-Sisifo

07:00

15:00

Di

31.01.

Datumsgrenze

-Tag entfällt-

Mi

01.02.

Neiafu / Vava'u / Tonga ®

13:00

20:00

Do

02.02.

Nuku'Alofa / Tonga

07:00

14:00

Fr

03.02.

Urlaub auf See

-

-

Sa

04.02.

Urlaub auf See

-

-

So

05.02.

Bay of Islands / Neuseeland ®

08:00

18:00

Mo

06.02.

Auckland / Neuseeland

07:00

-

50 Tage Kreuzfahrt mit der MS Albatros

Am 18.12.2011 gehen wir an Bord der Albatros, nachdem uns unsere Nachbarn Kerstin und Udo zum Cruiseterminal in Hamburg gefahren haben. Zum Abschied sind auch noch Carola und Jörg bei uns gewesen.

Das Einchecken geht durch die Sicherheitskontrolle nur sehr zäh vor sich. Als wir dann an Bord sind, sehen wir uns unsere Kabine und im weiteren Verlauf auch erste Decks im Schiff an. Nachdem die Koffer vor der Kabine abgestellt wurden, können wir diese dann auch auspacken. Leider müssen wir noch einmal in einer langen Schlange anstehen, um einen festen Sitzplatz für die Mahlzeiten zu bekommen, womit wir zunächst gar nicht so glücklich sind. Mit zunehmend wärmerem Wetter verteilen sich dann die Gäste über die Innen- und Außenrestaurants, so dass sich die Situation von alleine entspannt.

Um 22:00 laufen wir dann endlich aus Hamburg aus. In der Nacht nimmt die Dünung schön zu und das Schiff bewegt sich ganz nett. Am Montag erfolgt die obligatorische Seenotrettungsübung.

Nach 4 Seetagen erreichen wir Madeira und sind froh, endlich von Bord gehen zu können. Die ersten Tage an Bord waren schon anstrengend, auch fielen uns kleinere und größere Mängel an der 1972 gebauten „Lady“ auf, trotzdem das Schiff frisch aus der Werft in Bremerhaven kam. Unter anderem sind scheinbar nasse Kabinen aufgrund von Rohrbrüchen nicht unüblich. Nachdem den Betroffenen anfangs freie Suiten zur Verfügung gestellt wurden, müssen nun mangels anderer Möglichkeiten einige Passagiere in Madeira auf das parallel fahrende Schwesterschiff „Amadea“ „ausgelagert“ werden und sollen im Panama-Kanal wieder zurück kommen…

Die größte Frechheit ist jedoch, ganz normales Mineralwasser in Flaschen für 2,10 EUR plus 7 % Servicegebühr zu verkaufen. Auch bei Tisch gibt es kein Mineralwasser kostenlos dazu. Dies sind wir ganz anders von der der AIDA gewöhnt.

Madeira entschädigt uns aber mit schönem Wetter am 23.12.2011, einer subtropisch-vorweihnachtlicher und fröhlicher Atmosphäre, einer tollen Panorama-Fahrt in der Teleferico bergauf und wieder bergab mit einer rasanten Korbschlittenrutschpartie.

Ca. 200 Gäste wollen auf diesem Schiff die gesamte Weltumrundung mitmachen und viele sind schon mehrere Male mit der Albatros gefahren. Man kommt aber nicht vorbei an den wirklich „alten Hasen“, die schon auf der „Maxim Gorki“ oder der „Delphin“ gefahren sind und nicht müde werden, davon zu erzählen und wie viel schöner es dort war (die Zeit verzerrt ja so manche Erinnerung).  

Zur Kompensation der bewegungsarmen Zeit während der Seetage während der Atlantik-Überquerung gehen wir regelmäßig in den Fitnessbereich. Hier treffen die merkwürdigsten Leute zusammen und versuchen mal mehr schlecht als recht, sich sportlich zu betätigen. Im Laufe der Reise bleiben dann viele dem Center fern, so dass es wieder richtig Spaß macht, den Schweiß aus den Poren zu treiben.

Das Durchschnittsalter an Bord wird durch unsere Anwesenheit deutlich verjüngt. Entsprechend ist die „Unterhaltung“ auf dem Schiff: Nichtsahnend oberhalb des Pools sitzend, überrascht einen „Angelo“ mitten auf dem Atlantik mit seiner Quetschkommode, „Rosamunde“ und fröhlichen Wanderliedern! …und keine Rückzugsmöglichkeit – da hilft nur Oropax!

Zum Glück haben wir mit der Karibik-Lounge inzwischen „unsere Bar“ gefunden: Ganz vorn, hinter Glas auf Deck 9 kann man zu jeder Tageszeit mit netter Bedienung gut sitzen. Das Servicepersonal insgesamt ist sehr nett und zuvorkommend, wir sind mit unserer Kabinennummer bekannt wie ein bunter Hund und haben viel Spaß miteinander.

Die Tage werden immer wärmer, die Sonnenuntergänge immer schöner und wir haben uns mit der Reise und ihren „Besonderheiten“ nach und nach arrangiert.

Leider taucht ein altes Problem der Albatros am 28.12. wieder einmal auf: die Klimaanlage ist defekt! Die Schiffsführung entschuldigt sich und wir sind gespannt, ob dieses Problem technisch gelöst wird – es dauert Tage und bringt einige skurrile Ereignisse hervor wie „Bettenlager“ in der kühlen Pazifik-Lounge (auch als „Pyjama-Party“ bezeichnet) sowie „wilde Übernachtungen“ auf dem Panoramadeck 7 (aufgrund Kabinentemperaturen von rd. 35 °C in einem Mitteltrakt des Schiffs). Unsere Kabine ist zum Glück von keinem Wasserrohrbruch und auch nur bedingt (mit max. 25 °C Innentemperatur) von der Klimasituation betroffen. Auch unser Restaurant „Möwe“ bringt uns mit dieser Gradzahl zwar ins Schwitzen, hat aber nicht die unerträglichen Bedingungen wie das Restaurant „Pelikan“ im betroffenen Trakt. Erste „Weltreisende“ drohen ihren Reiseabbruch in Acapulco an. Ein Techniker wird eingeflogen, der über den 30./31.12. offenbar rund um die Uhr an der Problembehebung arbeitet. Nach und nach stellt sich eine Verbesserung im „Wärmetrakt“ ein.

Auf Barbados gehen wir am 30.12. zum Baden ins karibische Meer – traumhaft warm und türkis-blau präsentiert sich hinter dem hübschen Ort die weite Carlisle Bay! Zur gleichen Zeit haben weitere 5 Kreuzfahrer, u.a. auch die AIDALuna, im Hafen von Bridgetown fest gemacht. Die Insel ist jedoch bestens auf den Ansturm vorbereitet. Nächster Halt ist nach einer etwas unruhigen Passage Scarborough auf Tobago, wo auch wieder die AIDALuna liegt.

Ins neue Jahr feiern wir auf Trinidad/Port of Spain, wo uns ein großes Feuerwerk versprochen wurde. Dies fiel jedoch eher mäßig aus. Dafür feiern wir unverhofft ganz nett mit dem Bordpastor den Jahreswechsel, was wir uns sicher vorher nicht hätten träumen lassen!

Auf der Isla Margarita bleiben wir an Bord, da der Aufenthalt nur wenige Stunden dauert und die Strände voll belegt sind – es ist Neujahr = Feiertag.

In Willemstad auf Curacao gehen wir von Bord, um die kleine, fröhliche und farbenfrohe Altstadt zu erkunden und uns die beeindruckende Pontonbrücke „Königin-Emma“ näher anzusehen, die zur Seite gefahren wird, um Schiffe in den „Kanal“ zu lassen – ein eindrucksvolles Schauspiel. Mit Heinrich, unserem 92-jährigen Senior vom Nebentisch, trinken wir dann ein eiskaltes Seven Up im Schatten und genießen das Treiben um uns herum.

Vor den San Blas Inseln liegen wir auf Reede. „Eingeborene“ kommen mit Einbäumen, Kind und Kegel zum Schiff und bieten Waren zum Kauf auf der Insel feil. Dort lassen sie sich den „Verkauf ihres Alltagslebens“s mit je einem USD pro Foto bezahlen – irgendwie eine merkwürdige Szenerie, die unfreiwillig eher an einen „Safari-Park“ erinnert. Wir möchten uns hier nicht beteiligen und bleiben an Bord.

Beim Auslaufen wird uns ein neues „Highlight“ präsentiert: Wassereinbruch (Rohrbruch in der Decke) im Restaurant „Möwe“. Erstaunlicherweise ist dies zum Abendessen wieder „funktionsfertig“ hergestellt!

Dafür steuert unser Dampfer in der Dämmerung durch ein wirklich schlecht beleuchtetes/ gesichertes Bojenfeld und rammt sich dabei etwas in die Schraube, was später von einem Taucher untersucht werden soll und sich – zum Glück – bis dahin selbst abgewickelt hat.

Die Fahrt durch den Panamakanal ist schon ein tolles Erlebnis: Gezogen von Treidellocks passiert die Albatros die Schleusen. 3 mal aufwärts hintereinander und in 1 und 2 Schritten abwärts (jeweils rd. 26 m insg. herauf bzw. herab). Zwischendurch geht es durch eine großartige Fluss- und Canyonlandschaft. Danach taucht die Skyline von Panamacity auf und überrascht alle Beobachter. Diese Skyline kann es schon mit den größten Städten aufnehmen.

In Puntarenas/Costa Rica nimmt Bernd an einem Ausflug „Über Hängebrücken durch den Regenwald“ teil. An einem Fluss liegen zahlreiche Krokodile und warten auf die in der Nähe grasenden Rinder zum „Dinner“. Die Sportlichkeit auf diesem „sportlichen Ausflug“ wird zum Glück heute nicht näher auf die Probe gestellt – manch einer überschätzt sich und seine Ausrüstung da wohl ein bisschen….

Viele Ereignisse nehmen wir im Laufe der Zeit als Belustigung, über die wir noch am Anfang den Kopf geschüttelt hätten. So werten wir die beiden Damen im Pool mit viel zu knappem Bikini als von der Reederei gebuchtes „Whalewatching“; wohl nach einem entsprechenden Hinweis entpuppen sich die Damen dann im weiteren Reiseverlauf als „Miss wet T-shirt“.

Es bieten sich auch jede Menge Anekdoten: Ein wahres Vergnügen liefert jeden Tag der ältere Herr mit seinem Klappschirm, den er an der Reling befestigt und der regelmäßig aufgrund des Fahrtwindes nach einiger Zeit über ihm zusammenklappt. Andere ältere Herren liefern regelrechte Rollator-Ralleys ab. Auch wird man unfreiwillig Zeuge von Gesprächen, die aus der Loriot´schen Feder hätten stammen können und uns regelrecht zum Platzwechsel drängen. Ein Passagier begründet seinen extremen Hunger dadurch, mit Rochen und Haien „gekämpft“ zu haben – obwohl er das Ausflugsboot als einziger nicht verlassen hat! Man müsste ein Comic zeichnen können….

Die Sonnenuntergänge hier im Pazifik sind grandios und zeigen ein tolles Farbspiel. Während die Sonne auf der einen Seite untergeht, geht der Mond gleichzeitig als Vollmond auf. Seit es auch abends so schön warm ist, verbringen wir unsere Abende häufig in der offenen Kopernikus-Bar an Deck 9, gern mit einem Tequila Sunrise –passend zur Gegend!

Am 10.01.2012 fahren wir die Passage Puerto Quetzal – Acapulco. Zahlreiche Meeresschildkröten in allen Größen können wir von Bord aus im Pazifik schwimmen sehen. Das Meer ist total ruhig und glatt, so dass die Schildkröten teilweise wie treibende Perlen aussehen. Ein Sturmvogel benutzt den herausguckenden Panzer als „blinder Passagier“ zum Mitfahren! Auch kreuzen zahlreiche Delphinschulen unseren Weg und nehmen die Beobachter mit tollen Luftsprüngen in ihren Bann.

Auf dem Schiff breiten sich vermehrt Erkältungskrankheiten aus. Der Arzt ist gut besucht und verordnet immer dasselbe. Einen älteren, sehr sympatischen  Tischnachbarn aus Dresden erwischt es so schlimm, dass er vor Acapulco bettlägerig wird und bis Moorea nicht mehr richtig auf die Beine kommt. Zwischenzeitlich haben wir mit seiner Frau – im wahrsten Sinne des Wortes - um sein Überleben gefiebert.

Für einige endet die Reise in Acapulco und die Vorbereitungen sind überall zu spüren. U.a. gibt es heute ein Kapitänsdinner zum Abschied. Zum Glück konnten wir Heinrich dazu überreden, sein Gepäck bis nach Hause aufzugeben, damit er sich nicht damit abschleppen muss. Neue „Mitesser“ (Hedi und Manfred) gesellen sich an unseren Abendtisch und lockern die Runde mit neuen Geschichten und interessanten Geschichten auf. Aber auch neue Bazillen und ein gewisses Unentspanntsein kommen mit an Bord.

Kathrins Geburtstag feiern wir in Acapulco mit einem anlassgerechten Sonnenuntergang und einem anschließenden „Honigmond“ über der Bucht. Natürlich haben wir uns am Tag im Rahmen einer Bustour die berühmten todesmutigen Felsenspringer angesehen. Auf dem Felsen „Le Quebrada“ wartend, müssen sie genau die richtige Welle abpassen, damit die Wassertiefe zum Eintauchen ausreichend ist. Atemberaubend – und es kommen auch immer wieder Unfälle vor: Von 100 Leuten (inzwischen auch Frauen) sind nur 40 zu diesem Zeitpunkt „einsatzbereit“!

Ein Stadtbummel (mit unfreiwilliger Führung durch „Antonio“) und eine Katamaran-Fahrt durch die Bucht in den Sonnenuntergang durften auch nicht fehlen.

Danach geht es  zu dem Kleinod Zihuatenejo, ein verträumter Ort in einer abgeschiedenen Palmenbucht voller freundlicher Menschen. Hier trinken wir erstmals frische Kokosnussmilch und entdecken, dass frisches Kokos-Fleisch nichts mit „Bounty“ zu tun hat, aber mit Salz, Limette und Salsa ganz exotisch lecker schmeckt.

Die nächsten 6 Tage verbringen wir auf See, da die Fahrt in die Südsee geht. Hierbei überqueren wir in der Nacht vom 17.-18.01.2012 den Äquator. Zum Programm gehört u.a. das morgendliche Sonnenbad auf „unserem Schiffsausleger“ mit Sonnenhut, eine leichte Mahlzeit, Sport bzw. Beobachtung von Menschen und ihren Eigenheiten sowie die Aufzeichnung der bisherigen Erlebnisse. Eine Erkältung schränkt Kathrins Aktivitäten für einige Zeit ein.

Die Südseeinseln reihen sich wie Perlen aneinander. Mal als großes Atoll (Rangiroa oder Bora-Bora) mit umliegenden „Motus“ (kleine Inseln mit weißen Stränden und Kokospalmen, wie man sie auf Postern sieht – z.B. Raiatea) und mal als eingestürzte Vulkankrater wie Moorea mit üppiger Vegetation. Es erschließen sich uns herrliche Schnorchelreviere und bei einer Ausfahrt können wir mit Stachelrochen und Haien „kuscheln“. Die farbliche Vielfalt über und unter Wasser ist kaum zu beschreiben und an Land sollte man immer einen Blick auf evtl. herabfallende Kokosnüsse haben.

Wir werden überall sehr freundlich und meistens mit einer Frangipane-Blüte und Musik begrüßt. Exotische Pflanzen wie Mangobäume, Flammbäume und diverse wunderschöne Blüten säumen die Straßen. Auf den Marquesas (Nuku-Hiva) gehen wir spazieren, in Rangiroa schnorcheln wir in typischer Südseekulisse. Neben dem schon erwähnten Schnorchelausflug mit dem Boot erleben wir auf Moorea, wie wunderbar schwarze Perlen verarbeitet werden. Ein Erlebnis ist auch Papeete auf Tahiti: an einer in jede Richtung 4-spurigen Straße der Inselhauptstadt halten tatsächlich sofort die Autos, wenn man an den Zebrastreifen tritt! Eine schöne Promenade und üppige Landschaft gibt es da natürlich auch!

Auf der hübschen Insel Raiatea erkunden wir den Ort (dort steht eine Art „Fischauktionshalle“ wie in Hamburg) und den Yachthafen und fahren anschließend mit einem Boot auf ein kleines „Motu“ mit Kokospalmen und kristallklarem, fischreichem Wasser (hier ist die Südsee!). Total idyllisch!

Mit einem ziemlich ungefederten „Le Truck“ rumpeln wir auf Bora-Bora für wenig Geld an einen wunderschönen weißen Strand, wo es sich herrlich baden und sonnen lässt. Dort treffen wir den abenteuerlustigen Wolfgang vom Schiff, tauschen interessante Erlebnisse aus und trinken mit ihm vor der Rückfahrt noch ein Coronas mit Blick auf die türkisfarbene Lagune.

Es ist traumhaft, hier zu sein! Ein besonderes Glücksgefühl macht sich breit. Klar, dass die Menschen hier so besonders freundlich und entspannt sind!

Das gilt aber nicht für alle auf dem Schiff: In Moorea ist eine rd. 120 Mann starke Reisegruppe dazu gestiegen, die nur für knappe 2 Wochen bis Auckland dabei sind. Sie bringen wieder eine Menge Unruhe, Unentspanntheit und auch neue Bazillen mit.

Die Erkältungskrankheiten werden immer mehr und heftiger. Inzwischen hustet und schnieft das gesamte Schiff – außer Bernd! Wenigstens hält das Schiff seit dem Panama-Kanal ohne größere Probleme durch.

Der 30.01.2012 entfällt für uns, da wir zuvor die Datumsgrenze überschritten haben. Nach Pago-Pago auf amerik. Samoa folgt noch ein Besuch in der ehemaligen deutschen Kolonie Samoa. Hier hat der „Seuchendampfer“ auch Bernd erwischt, der jetzt krank mit Mittelohrschmerzen im Bett liegt. In einer Apotheke erhalten wir verschiedene Mittel nach genauer Krankheitsbeschreibung zu erstaunlich günstigen Preisen. Das ist sicher besser als die „2 rot, 2 weiß“-Verordnung vom Schiffsarzt für alle möglichen Krankheitsfälle. Es geht ihm danach zwar von Tag zu Tag besser, Druck im Ohr und Pfeifton halten jedoch noch lange an.

Mit der Einfahrt in das Königreich Tonga verändert sich auch das Wetter. Es wird bewölkter und es regnet auch gelegentlich. Die zwei angesteuerten Ziele gefallen uns nicht, auch wenn der Königspalast schön aussieht und eine tolle Lage am Meer hat. Alles andere ist recht ärmlich und wirkt nicht besonders gepflegt.

Fotoshow Südsee

Am 02.02.12 um 14.00 nimmt die Albatros Kurs auf Neuseeland und wir verlassen nunmehr die Südsee. Unser erstes Ziel in Neuseeland ist Pahia. Nahe am Waitangi Haus liegen wir auf Reede. Hier wir am 6.2. der jährlich wiederkehrende Tag der Unterzeichnung des Vertrags zwischen den Maori und der Engländer gedacht.

Auf der einen Seite sind wir ganz froh, jetzt in Auckland das Schiff zu verlassen und uns in ein neues Abenteuer zu stürzen (ohne neue Bazillen und unentspannte Neulinge), auf der anderen Seite sind einem „die alte Lady“ mit ihren Eigenheiten und vor allem das super-nette Personal, mit dem wir eine Menge Spaß hatten, doch an´s Herz gewachsen. Die vielfältigen Ziele und letztlich die eigentlich entspannte Form des Reisens nehmen einen immer wieder in den Bann.

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06.02.2012 - 16.03.2012 Neuseeland

Nordinsel (Fotos siehe unten)

Nach der Freigabe des Schiffes durch die örtlichen Behörden und einem letzten Frühstück an Bord fahren wir mit einem Taxi zu unserem Hotel. Unser Apartment (mit allem Komfort) können wir sofort beziehen. Nachdem wir uns etwas eingerichtet haben, gehen wir hinunter an den Hafen. Dort treffen wir zufällig noch Hedi und Manfred und gehen gemeinsam einen Kaffee trinken. Die nachfolgenden Tage machen wir zu Fuß Auckland unsicher. Einen besonderen Ausblick bekommen wir vom 328 m hohen Skytower, dem höchsten Gebäude der südlichen Halbkugel, auf die Stadt beschert. Auckland besticht – neben seinen City-of-Sails-Aktivitäten - durch seine Architektur: neben einigen alten Gebäuden wie Fähr- oder Storagehouse werden alte Fassaden nahtlos in neue integriert – irgendwie gelungen. Einen Besuch lohnt neben den Zielen wie Hafen und Queen Street (Einkaufsmeile) auch der Hügel Auckland Domain: ein Park, auf dem sich oben das eindrucksvolle Gebäude des War Museums und große Gewächshäuser (Orangerie) befinden, in denen Pflanzen unterschiedlicher Vegetationszonen inkl. Riesenseerosen ausgestellt werden – kostenlos! Und die Neuseeländer sind sehr hilfsbereit: Ein Blick in die Karte und schon kommt jemand gesprungen, um einen den Weg zu weisen! Ein mit dem Abbau von Festzelten im Albert Park beschäftigter Arbeiter weist uns im Vorbeigehen mit den Worten:“ Have you folks ever seen an elephant in a tree?“ auf folgendes Schauspiel hin:

An den Ampeln wird man nicht nur durch das grüne Männchen zum gehen aufgefordert, sondern auch durch einen Ton. Problematisch ist dies jedoch, wenn die Querampel diesen Ton abgibt und man selber dann bei rot über die Strasse gehen will, da man den Ton immer sehr intensiv wahrnimmt.

Ampelgeräusch in Neuseeland und Australien

Am 9.2. übernehmen wir unser Wohnmobil. Wir werden pünktlich um 11:00 von KEA im Hotel abgeholt. An der Servicestation teilt man uns mit, dass wir ein upgrade auf unser WoMo erhalten. Wir fahren also jetzt mit einem großen 4-Bett Camper durch das Land. Nach der Übernahme geht es als „Geisterfahrer“ auf der linken Seite zum Einkaufen. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber es geht. Dann weiter zum ersten Campground an der hübschen Martins Bay bei Warkworth, wo uns ein wunderbarer Sonnenuntergang auf der Neuseeland-Reise begrüßt.

Weniger erfreut sind wir über den Standard der Campingplätze, die sich „Top“ nennen, eine einheimische Bewertung von mind. 4+ Sternen haben (was zwar für die Lage stimmen kann), aber nach europäischen Gesichtspunkten in Sachen Sanitärausstattung max. eine 3-Sterne, wenn nicht eher 2-Sterne Bewertung aufweisen.

Über Pahia geht es weiter nach Awanui an den Ninety Mile Beach, u.a. zu einem scheinbar endlosen Strandspaziergang. Hier werden Busfahrten an das Nordkap Cape Reinga angeboten, wobei eine Richtung davon über den Strand gefahren wird, was uns mit dem Camper verwehrt bleibt. Wir entscheiden uns aufgrund der „Massenabfertigung“ gegen eine Busfahrt und fahren über die Straße durch eindrucksvolle Landschaften nach Norden. Hier haben wir das Cape eine kurze Zeit für uns ganz alleine und Muße, die irgendwie mystische Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Auf dem Rückweg übernachten wir in Ahipara und machen noch einen tollen Strandspaziergang. Hierbei sollte man auch immer die Regel „First right, then left“ beachten, da eine Menge Autos über den Strand jagen.

Diese Verkehrsregeln gelten auch für Vögel – wir nennen sie „pretty cools“ -, die wohl nicht mehr fliegen können, aber nur knapp und langsam stolzierend das Teerband gerade noch rechtzeitig räumen, wenn unser WoMo mit einiger Geschwindigkeit auf sie zu kommt. 

Ansonsten erleben wir auf der Fahrt immer wieder faszinierende Buchten mit schönen Stränden und Dünen – ein wunderbares Farbspiel!

In völlig andere Landschaften versetzt es uns, als wir in die urigen, dicht bewachsenen Kauriwälder fahren. Neben diesen Riesen der Wälder kommt man sich wie ein Zwerg vor. Der Giant Kauri Tree Tane Mahuta ist ca. 2000 Jahre alt und hat einen Umfang von 15 Metern und ist 50 Meter hoch. Weitere Giganten sehen wir dann im sehenswerten Trouson Kauri Park. Die kleine geschwungene Straße durch den Waipoua Nationalpark ist beeindruckend und wird von unterschiedlichsten Bäumen und Riesenfarnen gesäumt. Leider haben die frühen Siedler viele dieser beeindruckenden Wälder abgeholzt, da sich die Kauristämme durch ihren wenig verasteten, weißen Stamm hervorragend als Schiffsmasten eigneten.

Nach einer Übernachtung geht es in Richtung Peninsula Coromandel. Auckland zeigt sich auf der Autobahn als Großstadt mit viel Verkehr (im Großraum leben rd. 3 Mio der insgesamt 4 Mio Neuseeländer), die Ausschilderung bringt uns jedoch sauber durch dieses Nadelöhr.  

Auf der Peninsula fahren wir entlang der Küste auf der teilweise sehr schmalen, abenteuerlichen Straße mit wunderschönen Ausblicken auf beeindruckende Waldlandschaften an Felsen und auf die Buchten. Bernd hat sich inzwischen an den Linksverkehr gewöhnt und fegt so zügig um die Ecken, dass „frau“ sich an die „Wilde Maus“ vom Hamburger Dom erinnert fühlt!

Bei unserem Besuch des „hot-water-beaches“ hat dieser nur Kaltwasser zu bieten (aufgrund der schon hoch aufgelaufenen Flut). Da es dann auch noch anfängt zu regnen, fahren wir schnell weiter und verfranzen uns hoffnungslos in Tauranga.

Die Ziele Roturoa und Taupo sagen uns nicht so zu, da beides sehr touristisch ist und es regnete. Zudem werden in Roturoa ab 17.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. In Taupo ist es dann auch noch Wochenende mit vielen Campern auf dem Platz, so dass wir hier lediglich die tosenden Huka Falls und die beeindruckende Vulkanlandschaft „carter of the moon“ (geothermische Aktivitäten u.a. Krater mit blubbernden Schlammpools, bunte Gesteinsformationen, Dampf aus Erdlöchern und Schwefelgeruch) besuchen, bevor wir in die Berge „flüchten“.

Auf der weiteren Fahrt nach Süden gelangen wir dann in das Wintersportgebiet von Ohakune im Nationalpark Tongariro, wo man schön wandern kann und vom Berg aus einen tollen Ausblick hat. Hier gönnen wir uns den jetzt dringend nötigen Tag Pause, gehen am „riverside-walk“ und im kleinen Wäldchen direkt hinter dem Campingplatz spazieren. Der Platz hat übrigens die bisher besten Duschen (u.a. mit Wärmelampe und Handtuchwärmer).

Martinborough mit seinen weiten Rebenfeldern an der NZ Weinstraße ist uns auch nur eine Übernachtung wert, da es für den Wein noch zu früh ist und der Ort selbst wenig hergibt. So fahren wir nach Wellington, dem Ende unserer Nordtour. Zuvor erleben wir noch eine Stadtbesichtigung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Regierungsviertel, den Hafen und die City. Wir nehmen das Cable-Car (Zahnradbahn) auf den örtlichen Hügel und schauen uns im Botanischen Garten um.

Wir hören jeden Tag NZ-Radio, um die Kiwis (ihre Sprache und Ansichten) besser zu verstehen. Was in Auckland und Umgebung noch mühelos zu in „normalem“ Englisch zu verstehen war, wird nach Süden hin immer „schlimmer“ („helloy…“) bis hin zum Nur-noch-Erkennen von einzelnen „Schlüsselwörtern“ in einem Satz.

Fotoshow Neuseeland Nord

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Südinsel

Am 23.2. wollen wir mit der Interislander Fähre von Wellington nach Picton fahren. In der Nacht vorher ist ein ordentlicher Sturm über Lower Hutt hinweg gezogen, wo wir uns strategisch nah zur Fähre aufgestellt hatten. Die Anfahrt zur Fähre zieht sich lang hin, da es sich staut, und wir sehen die Fähre schon ohne uns ablegen. Unsere 10.25 Uhr-Überfahrt fällt aus und wir werden auf die 14:05 Uhr-Fähre umgebucht. Als wir ab 12:00 in der Warteschlange stehen, weht der Wind beträchtlich und wir haben zeitweise Angst, das Wohnmobil würde einfach umgekippt werden. Pünktlich geht es dann los über die raue Cook Strait nach Picton. Die Fähre steckt das Wetter ohne Probleme weg und so fahren wir durch die malerische Marlborough Sounds-Fjordlandschaft nach Picton. Von dort aus geht es über den Princess Charlotte Drive, einer kleinen Straße, die sich kurvenreich zwischen Fels und Meer windet, am nächsten Tag weiter. Tolle Ausblicke ergeben sich am laufenden Band und man möchte fast überall aussteigen. Unser Ziel ist jedoch Kaiteriteri am Eingang zum Abel Tasman Park.

Am 70. Tag unserer Reise fahren wir mit dem Boot in den Park wasserseitig ein, sehen Seals (Seehunde) in der Sonne liegen und steigen in Bark Bay aus, um 4 Std. lang über verschlungene Pfade auf den Abel Tasman Coast Treck entlang der Küste durch den Urwald zurück nach Anchorage zu wandern. Eine tolle und absolut empfehlenswerte Tour, die in uns noch lange nachklingt.

Fotoshow Abel Tasman National Park

Wir gönnen uns noch einen Strandtag mit Ruhe und Sonne, ehe wir an die Westküste aufbrechen. Durch das landschaftlich schöne Tal des Flusses Buller mit teilweise einspuriger Straßenführung geht es Richtung Westport mit dem Cape Fowlwind. Wie schon der Name sagt, ist hier meist übles Wetter, doch wir haben Glück und können das Kap und die Three Steeples (große Felsbrocken im Wasser) mit Sonne genießen. Die Westküste ist rau und zerklüftet, bietet aber grandiose Bilder aus Farben, Felsen und Nebel bzw. Gischt.

Am nächsten Tag besuchen wir die „Pancake Rocks“, erodierte Felsformationen, die aussehen wie übereinander gestapelte Pfannkuchen. Meer und Wind haben bizarre Formen geschaffen und sogenannte Bowlholes ausgebildet, durch die das Meerwasser röhrenartig nach oben gedrückt wird.

Da das Wetter an diesem Tag gut mitspielt, entschließen wir uns zu einem Abstecher auf den Arthur´s Pass, der erst sanft, dann aber immer heftiger und kurvenreich ansteigt. Oben erwarten einen neben einem gepflegten Village auch  KEAs (grüne, ziemlich freche Papageienvögel, die liebend gern Gummis aus Autotürdichtungen ziehen und auch sonst für manches Späßchen zu haben sind).

Unser heutiger Campingplatz liegt vor Hokitika und heißt „beachwalk“ – mit gutem Grund: Man muss sehr lange laufen, um zum Beach zu kommen! Wir haben den Zugang trotzt intensiver Ortserkundung jedenfalls nicht gefunden.

Im strömenden Regen kommen wir dann am Franz Josef Gletscher an. Das müssen wir aussitzen, denn den wollen wir auf jeden Fall sehen. Schon am nächsten Tag heben sich die Wolken im Laufe des Vormittags. Wir haben uns – zum Glück – im Wanderweg geirrt und kommen somit erst später als geplant an der  Gletscherzunge an, als die Sonne herauskommt und den Blick auf den gesamten Gletscher und dessen blaues Farbspiel freigibt. Bei dem Wetter nehmen wir auch gleich den 25 km weiter gelegenen 2. Gletscher Fox mit, der durch die Regenfälle der letzten Tage mit Steinschlag und Sturzbächen etwas gelitten hat, aber immer noch sehenswert – mehr in grün – leuchtet. Die Gletscherzugänge werden streng von Rangern kontrolliert und nur in bestimmten sicheren Bereichen freigegeben. Geführte Touren kommen auch auf das Eis. Für viele ist der Überflug jedoch die Krönung, die allerdings mit ca. 200-300 $ pro Person (je nach Programm) auch nicht ganz billig ist.

Fotoshow Westcoast

Uns steht der Sinn eher nach Naturwundern und so genießen wir die Fahrt durch den Regenwald mit hohen Baumfarnen, die sich mit felsigen Küstenabschnitten abwechselt.

Immer wieder bieten sich kurze Wanderungen zur Erkundung der Gegend und Entspannung von der Fahrt an. Bei Ship Creek gibt es nicht nur einen schönen Strand sondern auch einen ca. 30 Minuten-Walk auf einem Bohlenweg durch eine eindrucksvolle Sumpflandschaft mit einzigartiger Pflanzenwelt, u.a. flach wurzelnden Riesenbäumen ("Kahitatea"), die sich auch mit ihren Kronen "verzahnen". Auf dem Weg über den Haast-Pass überqueren wir die "Gates of Haast"-Brücke (abenteuerlich!) und halten erneut bei den "Blue Pools", die nach rd. 20 Minuten Spaziergang durch den Regenwald erreicht sind und ihrem Namen mit glasklarem Wasser alle Ehre machen.

Von jetzt an tauchen wir in eine wunderschöne Seenlandschaft mit wieder unglaublichem Farbspiel von Felsen und Wasser ein. Entlang des Wanaka- und Hawea-Sees kommen wir in den charmanten Ort Wanaka. Hier gibt es u.a. die "Puzzling World" (u.a. Häuser mit schiefen Ebenen, Hologramme, die den Besucher verfolgen); zwei gerade eintreffende Busse mit asiatischer Ladung halten uns jedoch von dem Besuch ab. So landen wir auf einem Weg, der zwischen vielfarbigen, unwirklich wirkenden Bergen und einem tiefblauen See hindurch in Richtung des Mt. Aspiring führt. Wir können gar nicht genug Fotos von diesem Ambiente machen! Nach ca. 20 km beim Einstieg in das Skigebiet "Treble Cone" wird die Straße unbefestigt und wir kehren um.

Fotoshow Lake Wanaka

Auf dem Campingplatz beobachten wir wieder „komische Vögel“: eine Gruppe von ca. 15-20 offenbar flugunfähigen Vögeln mit sichelartigem Kamm auf dem Kopf schickt eine „Vorhut“ von 2-3 erfahrenen Mitstreitern ins „Zielgebiet“, die dann Laut gibt, wenn die „Luft rein ist“. Dann aber hurtig….

Im Radio hören wir von einer anderen Spezies: „didymos“ (wobei wir anfänglich „diddle-mouse“ verstehen; das possierliche Tierchen aus Geesthacht hat aber nichts damit zu tun!). Bei „didymos“ - erfahren wir später – handelt es sich um eine wahrscheinlich von amerikanischen Anglern eingeschleppte, glitschige Süßwasseralgenart, die (aufgrund fehlender natürlicher Feinde) nunmehr die Seen und Flüsse der Südinsel befällt und anderen Arten buchstäblich „die Luft nimmt“. Die Regierung hat eigens hierfür eine Verordnung „check, clean & dry“ erlassen, die jedem auferlegt, eben dies zu tun, wenn er in befallenen Gebieten mit Süßwasser/-pflanzen/-tieren in Berührung gekommen ist, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Bei Nichtbefolgung drohen empfindliche Strafen.  

Die Wetterprognose der nächsten 2 Tage - gutes Wetter im Fjordland - treibt uns aus Wanaka weiter, wo wir noch gern geblieben wären. Zunächst geht es über die hübsche Bergstrasse von Cardrona. Hier verursacht ein entgegenkommender Jeep einen Steinschlag  auf unserer Windschutzscheibe - zum Glück nur klein und ziemlich weit unten, also weiterfahren möglich! Am Mt. Scott haben wir einen fantastischen Blick auf Queenstown und ein gerade einfliegendes Flugzeug. Wir verschaffen uns heute nur einen kurzen Einblick in die Queenstown-Aktivitäten: erst einmal besuchen wir A.J. Hackett´s Bungee-Station und schauen einer Springerin zu, wie sie sich von der markanten Brücke über den Kawarau-Fluss in die Tiefe stürzt. Dann fahren wir durch die Stadt, die sehr touristisch ist: Überall Unterkünfte der unterschiedlichsten Standards, Bars und Restaurants und alles, was irgendwie den Adrenalin-Spiegel anheizt: vom Jetboat auf dem Shotover-Fluss bis zu einem Sprung, der von 109 m Höhe, bei 60 m freiem Fall abgeht und dann mit einem Seil 200 m über den Canyon schwingt („Canyon Swing“)- Wahnsinn und alles wahnsinnig teuer!

Fotoshow Queenstown

Am wunderschönen See Wakatipu entlang fahren wir jetzt zielstrebig nach Te Anau. Der Ort ist der Ausgangspunkt für Fahrten in die grandiose Fjordlandschaft des Milford Sound. Am nächsten Tag haben wir mit "southern discoveries" zunächst eine Bustour zum Ort Milford gebucht. Unser Busfahrer erklärt uns viel über Land und Leute. Die Straße führt durch flache Ebenen mit Lupinen, an einem Spiegelsee und wassergeformten Felsen vorbei und windet sich später abenteuerlich durch hohe, steil aufragende Berge, die durch das Glasdach des Busses eindrucksvoll zu sehen sind. Ziemlich zum Ende der Straße geht es durch den einspurigen Homer Tunnel (auch hier gibt es freche KEAs) und dann auf steilem Weg zur Anlegestelle des ebenfalls gebuchten Schiffes. Hier wird ein deftiges BBQ (inkl.) angeboten und unmittelbar geht auch schon die rd. 3-stündige Fahrt los: Als erstes begegnen wir dem Wahrzeichen des Milford Sounds, dem Berg Mitre Peak mit seiner typischen Spitze. An den Lady Bowen-Wasserfällen vorbei schippern wir den beeindruckenden Fjord hinunter (und lernen zwischendurch, dass es sich hier tatsächlich um Fjorde und nicht wie der Name sagt "Sounds" handelt und vieles mehr). Wegen des Windes warm eingepackt, sitzen wir inzwischen auf dem Oberdeck. Delphine spielen mit den Heckwellen des Boots. Etwas später geht es dicht vorbei an einer Seehund-Kolonie und schließlich fast bis zur Mündung des Fjords in das offene Meer (hier wird es reichlich wackelig). Auf der Rücktour fährt das Schiff bis fast direkt unter einen Wasserfall, dessen "spray" einen um mind. 10 Jahre jünger aussehen lassen soll. In der Tour inbegriffen ist auch der Besuch eines interessanten Unter-Wasser-Observatoriums mit fachkundiger und witziger Führung (daher u.a. „didymo-Erklärung) und eindrucksvollen Ausblicken auf die umliegende Unter-Wasser-Welt.

Nach einer kurzen Panne am Bus (er will nicht mehr starten), die jedoch gelöst werden kann, geht es dann wieder rd. 1,5 Stunden ohne Stopps zurück nach Te Anau. Ein Super-Ausflug, der seinen Preis (pro Person NZD 165,-- inkl. NZD 10,-- Rabatt für Top-Ten-Karte) absolut wert ist und unbedingt empfohlen werden kann.

Fotoshow Milford Sound

Uns reizen die Berge mehr als die Stadt Dunedin und so fahren wir noch einmal nach Queenstown – vielleicht ja doch etwas Verrücktes machen? Bernd denkt intensiv über den „Canyon Swing“  nach. Dieser findet aber auf Privatgelände statt, man kann nicht einfach zugucken, ob einem das „gefällt“. Als Besucher zahlt man allein schon NZD 30,--; ob die bei einem Sprung angerechnet würden (der immerhin auch NZD 200,-- kostet) ist nicht klar. Die Katze im Sack kaufen will er auch nicht – also hat er es gelassen.

Wir erkunden ein Stück des Flusses Shotover mit enger, alter Brücke und landschaftlich hübschem Canyon, der von Jetbooten und Raftinggruppen gut frequentiert ist. Das Wetter signalisiert uns, dass wir hier keine outdoor-Aktivitäten mehr in Angriff nehmen können und so verlassen wir die Stadt am nächsten Tag mit Regen. Entlang des tiefeingeschnittenen, grün schimmernden Flusses Kawanau geht es an Lake Dunston vorbei zum Lindi Pass. Karge Berge schimmern ´mal in gelb-ocker, ´mal in grün. In „the middle of nowhere“ befindet sich das Örtchen Omarama mit zwei (!) Tankstellen, 1 Supermarkt, Fliegerei, einer Schau-Schafschererei und vielen Bussen. Unser Weg führt uns – leider immer noch im Regen - nach Twizel. Der Campingplatz liegt an einem türkisfarbenen See, der selbst bei dieser Witterung noch leuchtet! Wir besichtigen den sympathischen Ort und kaufen uns danach an der hier berühmten Lachsfarm eine gute Portion kalt geräucherten Lachs – ein Hochgenuss, der auch über den dürftigen Campingplatz hinwegtröstet!

Am nächsten Tag sieht das Wetter nicht sehr viel besser aus. Das Radio meldet aber Sonne an der Ostküste! Also raffen wir uns auf und fahren an einem Seensystem (Benmore, Aviemore und Waitaki-See) entlang, die alle durch Kanäle miteinander verbunden sind und ebenfalls diese eindrucksvolle Farbe haben. Hier wird aus jedem Tropfen Wasser insgesamt 8 x Strom gewonnen, ehe er das erste Mal als Trinkwasser genutzt wird.

So kommen wir an die Küstenstraße, wo es weniger spektakulär Richtung Dunedin geht. Rd. 75 km davor halten wir bei den „Moeraki Boulders“, kugelrunde, teils mannshohe Kalksteinfelsen, die das Meer in vielen tausend Jahren geformt und am Strand freigegeben hat.

In Dunedin genießen wir am Nachmittag noch ein wenig die Sonne. Auf den Besuch der Pinguin-Beobachtungs-Lounge verzichten wir, da die Tiere zu dieser Jahreszeit erst spät mit dem Sonnenuntergang an Land kommen und wir danach mit dem Camper nicht wieder auf den Campingplatz kommen könnten.

Also gibt es am nächsten Morgen noch eine kleine Stadtbesichtigung. Dunedin (wie  auch einige andere Städtchen an der Ostküste) verfügt über viele sehenswerte ältere Bauwerke wie am Octagon (achteckiger Platz im Zentrum) das alte Rathaus und die St. Paul´s Cathedral. Auch der im flämischen Renaissance-Stil erbaute Bahnhof mit Turm ist beeindruckend. Und… was wir gar nicht erwartet hätten: Die Stadt liegt auf einem Hügel und erinnert mit ihren steilen Straßenzügen an bisschen San Francisco.

Fotoshow bis Dunedin

Über diese Hügel fahren wir mit stark böigem Wind wieder auf der Küstenstraße nordwärts entlang hübscher Küstenstreifen. In der Nähe von Kakanui machen wir eine Rast direkt am Meer mit grün-weißen Wellen. Wenn der Wind nicht wäre, könnte man glatt noch ein wenig hier verweilen. Wir bahnen uns aber weiter unseren Weg über Omaru und dem recht industriellen Städtchen Timaru in Richtung Berge. Eigentlich wollen wir in Fairlie campieren, verpassen aber – zum Glück - den Abzweiger und landen so nach Bewältigung des Burke´s Passes am wunderschönen Lake Tekapo. Dieser – wie auch die anderen Seen in dieser Gegend – führen kleinste Gletschergesteinsbröckchen mit sich, die sich am Seeboden absetzen und diesen äußerst intensiven, türkisen Farbton verursachen.

Wir besichtigen den kleinen Ort mit der niedlichen Feldsteinkirche „Old Sheppard“ und dem Hirtenhundedenkmal, ehe wir uns zu einer Wanderung entschließen. Diese führt direkt hinter dem Campingplatz über einen kleinen Weg (ca. 2 Std.) am See entlang, der sich langsam immer höher windet und herrliche Ausblicke über See- und Berglandschaft freigibt. Zum Schluss der (im wahrsten Sinne des Wortes) „atemberaubenden“ Strecke kommt man zum St. John´s Observatorium, von wo man bei klarer Sicht Mt. Cook & Co. sehen kann und ein kleines Cafe mit freundlicher Bedienung leckere Kuchen und Snacks bereit hält. Zurück geht´s über die kurze, aber steile Strecke bergab durch den Wald wieder zum Campingplatz (anders herum ist die Wanderung weitaus mühsamer).

Fotoshow Lake Tekapo

Am nächsten Tag wollen wir versuchen, Mt. Cook ein bisschen näher zu kommen. So fahren wir rd. 50 km bis an einen Parkplatz am Lake Pukaki (ebenfalls in wahnsinns-türkis), von wo man die Witterungslage im Gebirge einschätzen kann. Heute hängen tiefe Wolken schon über dem See, wechselnde Licht- und Wolkenverhältnisse lassen ein und denselben Blickwinkel in immer neuen Farben erscheinen, ´mal verschwinden ganze Landstriche, die wenige Minuten danach von der Sonne hell erleuchtet werden. Wir sind so fasziniert von diesem Schauspiel, dass wir beschließen, heute Nacht hier zu bleiben (es gibt hier eine öffentliche Toilette, die täglich gereinigt wird und trotz reichlicher Frequentierung durch Reisebusse recht sauber ist – hat sozusagen Top Ten-Status). So werden wir auch Zeuge der asiatischen Form des Reisens (schnell raus, schnell rein) und Fotoshootings (möglichst verbogene Pose vor großartiger Kulisse).

Am folgenden Tag fliehen wir genau vor diesen Leuten, zumal Mt. Cook heute so aussieht, als könnte er „seine Mütze“ abnehmen (nicht umsonst nennen ihn die Maori „Aoraki“, der Wolkenbekränzte). Die Straße führt am See entlang, immer weiter in die Berge hinein. Langsam heben sich die Wolken. Wir verbringen noch eine kleine Weile im Village im interessanten Sir Edmund Hillary Center, dann geben die Berge endgültig den Blick auf zuerst Mt. Tasman (3.550 m), dann Mt. Cook (3.754 m) mit seinem beeindruckenden Gletscher frei. Die „Belagerung“ von Mt.Cook und die Fahrt hierher haben sich gelohnt!

Fotoshow Lake Pukaki u. Mount Cook

Heute fahren wir dann wirklich zum Übernachten nach Fairlie. Von dort aus geht es durch hübsche Täler, die auch so heißen, und auf schnurgerader Straße (wie amerikanischer Highway) über Mt. Summers und Mt. Hutt weiter. Das Wetter lädt nicht zum Verweilen ein und im Sommer ist hier auch nichts los (typisches Skigebiet). Also halten wir weiter auf Christchurch zu und mitten durch.

Am 13.3. kommen wir in South Brighton, einer Christchurch vorgelagerten Halbinsel, an, machen einen langen Strandspaziergang und fahren am 14.3. mit dem öffentlichen Bus nach Christchurch. In die Red Zone (Zentrum der Erdbebenzerstörung vom 22.2.2011) wird man leider noch lange Zeit nicht hineinkommen und auch zahlreiche Gebäude außerhalb warten noch auf eine Instandsetzung. Dafür zeigt sich der Botanische Garten in seiner vollen Pracht mit uralten Bäumen und dem River Avon, auf dem Gondeln mit richtigen Gondoliere verkehren.

Am 15.03. geben wir unseren Camper bei der KEA-Station mit freundlichem Service in Christchurch ab. Ein netter Taxifahrer, Doug, liefert uns an unserem kleinen Hotel ab. Allerdings reagiert dort keiner auf unser Klingeln und Rufen. Zufällig kommt Doug noch einmal vorbei, fragt, was los ist, versucht im Hotel anzurufen und – als keiner abnimmt -  bietet er an, uns und unser Gepäck wieder einzuladen und mit ihm in seiner jetzt anstehenden Mittagspause ein Käffchen in der benachbarten shopping-mall zu trinken - das alles kostenlos! Wir nehmen sein Angebot an, laden ihn selbstverständlich zu Kaffee und Kuchen ein, und er versucht mehrmals, unsere „landlords“ zu erreichen. Zum Schluss mit Erfolg! Dann liefert er uns – kostenlos – wieder am Hotel ab. Als Dank engagieren wir ihn gleich für unsere morgige Fahrt zum Flughafen. So sind sie, die Kiwis…..

Das Hotel ist sehr familiär - man war auf neue Gäste erst nach Mittag eingestellt - und Alan ist sehr bemüht, uns die Möglichkeiten der Umgebung näherzubringen. Wir streifen noch einmal durch die shopping-mall und gehen in einem kleinen Chinarestaurant essen.

Am nächsten Morgen findet ein sehr familiäres Frühstück statt: eine junge holländische Familie, die gerade heute für fünf Wochen ihren Camper übernehmen will, eine Shanghai-Chinesin, Hong, die in Erlangen deutsch studiert hat, unsere landlords und wir plappern in englisch und deutsch munter durcheinander, als würden wir uns seit Jahren kennen.

Da unser Flug erst am Nachmittag geht, dürfen wir noch mit Hong gemeinsam auf der sonnigen Terrasse sitzen und bekommen sogar noch einen Kaffee von Alan gereicht.

Fotoshow Christchurch

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Neuseeland eine unheimliche Vielfalt von farbenprächtigen Landschaften auf sehr kleinem Raum vereint, die insbesondere auf der Südinsel von grandiosen Eindrücken geprägt sind. Das gilt auch für die Tierwelt, auch wenn wir die nachtaktiven Kiwis (Wappenvogel) und Pinguine nicht selbst gesehen haben – dafür aber viele andere lustige Gesellen!

 

 

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16.03.2012 - 24.03.2012 Rückreise nach Hause

Sydney

Für unseren ersten Tag in Sydney haben wir uns vorgenommen, eine hopp-on/hopp-off-Bustour zu machen. Dafür müssen wir aber erst einmal in die City laufen. So geht´s über die belebte Oxford Street zum Hyde-Park, wo wir auf das ANZAC-War Memorial treffen, einer Gedenkstätte für das Corps aus neuseeländischen und australischen Soldaten, die u.a. im 1. Und 2. Weltkrieg für England gekämpft hatten. Eine Ausstellung begleitet von informativen Führungen und Erklärungen, um 11.00 Uhr die Hymne – sehr feierlich – wie das gesamte Gebäude.

Durch den Hyde Park mit hübschem Baumbestand und Brunnen kommen wir zur  großen Kirche St. Mary´s. Ab jetzt ist an eine Bustour nicht mehr zu denken, denn alles liegt dicht beieinander. Wir biegen in die Einkaufsmeile ab, am Skytower mit nobler shopping-Mall vorbei in die Fußgängerzone, kommen zur eleganten Passage „The Strand“ mit prunkvoller Fassade an beiden Seiten und traditionellen, außergewöhnlichen Geschäften innen. Schon sind wir in der Einkaufsstraße George Street mit dem eindrucksvollen Queen Victoria Building (mit Kuppel) und weiter zur Town Hall. Zurück auf der anderen Straßenseite mit neuen Ausblicken – wir nähern und der Harbour Bridge (die übrigens am 19.03.2012 genau 80 Jahre wird) und damit dem traditionellem Hafen- und Lagerviertel The Rocks“, das heute viele Geschäfte und kleine, nette Bars beherbergt (am 17.03. ist hier die Hölle los, es ist St. Patrick´s Day, alles läuft in grün herum und trinkt irisches Bier ab Mittag).

Wir laufen weiter am Hafen entlang und gelangen so zum Kreuzfahrtterminal und dem Fähranleger Circular Quay, von dem auch die öffentlichen Fähren z.B. in den hübschen Bade- und Surfort Manly auf der anderen Seite der Bucht abgehen. Nur wenige Schritte davon entfernt steht die architektonisch sehr beeindruckende Oper. Dahinter erhebt sich der Botanische Garten mit hübsch angelegten Parkanlagen, dem Government House, Flughunden ((Flying Foxes) und Gewächshäusern. Im Botanischen Garten begegnen wir dann auch den „pretty cools II“: weiße, langschnabelige Vögel, die sich durch nichts beirren lassen.

Über die klassische „Art Gallery“ kommen wir wieder zu St. Mary´s und dem Hyde-Park. Mit müden Beinen und ziemlich geschafft besorgen wir uns noch Sandwiches und Getränke und verbringen den Abend in unserem Hotelzimmer.

Am Sonntag geht´s – natürlich zu Fuß – zum Circular Quay und fahren mit der öffentlichen Fähre nach Manly. Nach anfänglichen Schauern bessert sich das Wetter zunehmend. Am Pazifik beobachten wir das sonntägliche Treiben am Strand mit einer Unmenge Surfern im Wasser, Beachvolleyballern und Familienspaziergängen mit Picknicks. In der Bucht läuft gerade ein Kreuzfahrer ein, wir nehmen die Fähre zurück etwas später und bekommen zum Schluss einen sagenhaften Blick von der Seeseite auf die Oper, die Harbour Bridge und das daneben liegende Kreuzfahrtschiff „Pacific Queen“.

An unserem dritten Tag erkunden wir mit der Monorail-Schwebebahn noch den modernen Hafenteil Darling Harbour, der Ausgangspunkt für viele Ausflugsschiffe ist. In der „Hafencity“ gibt es viele Attraktionen und nette Lokale, das Hard Rock Cafe und ein umfangreiches Einkaufszentrum. Auch Charteryachten und Ausstellungsschiffe dürfen hier nicht fehlen. Mit dem Monorail erreichen wir dann noch Ziele wir Paddy`s Market (leider hat die Markthalle gerade geschlossen, nur die Shopping-Mall ist noch offen) und Chinatown mit typischem Tor und China-Food.

Fotoshow Sydney

Am Nachmittag des 19.03. fahren wir dann mit dem Taxi zum Flughafen. Es geht weiter nach Bangkok.

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 Bangkok

Wir landen mitten in der Nacht auf dem großen Flughafen. Nach alter Zeitrechnung um ca. 7:00 am – lokal 3:00am erreichen wir unser Hotel, auch wenn wir wegen unseres Taxifahrers zunächst daran gezweifelt haben. Der Gepäckservice nimmt uns sofort in Empfang und auch die Rezeption ist auf uns vorbereitet, so dass wir sofort auf unser Zimmer können. Nach einer Dusche geht es sofort ins Bett, da wir hundemüde sind. Der nächste Tag beginnt mit einen Frühstück in quirliger Atmosphäre, aber reichlichem Angebot und mit gutem Service. Heute wollen wir unser Programm bewusst klein halten, d.h. nur Naherkundung. Nachdem wir „hilfswillige“ Tourguides vor dem Hotel abgewimmelt haben, entdecken wir an der nächsten Ecke die riesengroße MBK-shopping-mall. Tolle Textilien zu Spottpreisen, Schmuck und allerlei Nachgemachtes, aber in unser Gepäck passt nicht mal ein weiteres T-shirt! Wir finden auch preiswerte Restaurants dort, die leckeres Essen aus aller Herren Länder anbieten. Am Nachmittag entdecken wir im 11. Stock des Hotels einen Pool, von dessen Beckenrand aus man die halbe Stadt überblicken kann! Das verlockt zum Baden und die Poolbar zum Genuss eines örtlichen Biers (Chang – sehr lecker!).

Am nächsten Tag haben wir einen Privatausflug in den Königspalast mit dem Smaragd-Buddha (ist in Wirklichkeit aus Jade) gebucht. Wir werden in einer klimatisierten Limousine von Jane und ihrem Fahrer abgeholt. Jane ist ein kleines Persönchen, hat u.a. deutsch studiert, spricht es entsprechend gut und neigt zu Scherzen. Im Palast zeigt sie sich als orts- und sachkundig, weiß, wo die richtigen Stellen zum Fotografieren sind und boxt sich und uns an die entsprechenden Stellen. Mit ihren Erklärungen eröffnen sich die Geschichten hinter den Palästen, Statuen und Figuren, nicht nur der schon eindrucksvolle Anblick, der von Gold und Edelsteinen beherrscht wird. Nach einer kleinen Rundfahrt über die Prachtstraße und am aktuellen Königspalast vorbei landen wir auf eigenen Wunsch (es ist ca. 30°C und schwül-warm) wieder im Hotel. Nach einem kurzen Ausflug zum Essen geht es dann wieder an den Pool .

Gegen 18.00 Uhr gönnen wir uns in der offenen Bar „The Roof“ im 25. Stock einen „Sundowner“ und Gambas in Ajo und genießen den Sonnenuntergang und das Erwachen des Lichtermeers in den Straßen und auf den Häusern. Da nimmt man sich noch Zeit für einen zweiten Drink…..

Fotoshow Bangkok

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Dubai

Es ist schon ein himmelweiter Unterschied, wenn man aus der Freundlichkeit Thailands kommt, die Ignoranz und Selbstverliebtheit der Araber zu erleben. Servicegedanke – nicht vorhanden!

Nach 6 Stunden Flug kommen wir in Dubai an und dürfen erst einmal eine Stunde lang in einer langen Schlange ohne erkennbaren Fortschritt vor der Immigration warten. Nach zwei Fragen: woher und welches Hotel, dürfen wir mit einem Taxi ins Hotel fahren. Es gibt dort bei unserer Ankunft weder einen Gepäckservice, noch schenkt uns die Rezeption die notwendige Aufmerksamkeit. Das Hotel ist eher unterstes Bord und das Bier bleibt einem bei den Preisen im Halse stecken.

Am nächsten Tag fahren wir mit einem kostenlosem Shuttle in die nahe gelegene Shopping Mall.  Die Wafi-Mall ist schon ein eindrucksvoller Komplex: Statuen im ägyptischen Stil und pyramidenartige Gebäude umrahmen des Center. Im unteren Stockwerk ist dann sehr geschmackvoll nachgeahmt ein marokkanischer Souk mit kleinen Geschäften und entsprechendem Warenangebot untergebracht. Im oberen Bereich erlebt man eine architektonisch großzügige, prunkvolle Passage mit Spiralaufgang in die höheren Stockwerke. Außer vielleicht eines „subway“-Shops ist hier nichts von der Stange und entsprechend teuer geht es hier zu – es gibt aber auch einen Leerstand von schätzungsweise 60%!

Zu Fuß geht hier gar nichts (obwohl es klimatisierte Bushaltestellen gibt, die keiner nutzt), also mit dem Shuttle-Bus wieder zurück!

Am Nachmittag werden wir dann verspätet zu unserer Wüstensafari mit dem Geländewagen abgeholt. Die Tour an sich ist dann aber wieder sehr gelungen und ein tolles Erlebnis: In der Gruppe mit ca. 30 Jeeps geht es mit Driften in rasanter Fahrt bergauf und -ab durch die Dünen mit Fotostopps und Getränkepause. Im orientalischen Dorf gibt es alles, was man so vor Augen hat inkl.: Kamelreiten, Dünen-Surfen, Wasserpfeifen, Henna-Malerei, Fotoshootings in arabischer Tracht, sitzen auf Teppichen/weichen Hockern, orientalisches BBQ  und Getränke. Tolle Abendstimmung und ein sehenswertes Programm mit einem „durchdrehenden“ Derwisch und der obligatorischen Bauchtänzerin.

So verbringen wir unseren letzten Abend der Weltreise 2011/2012, ehe wir am 24.03.2012 wieder nach Hamburg fliegen, wo uns Kerstin und Udo abholen und herzlich in Empfang nehmen.

Fotoshow Dubai

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Fazit:

Im Nachhinein betrachtet, war die Form der gesamten Reise mit 1) Kreuzfahrt um die halbe Welt nach Neuseeland, dann 2) knapp 6-wöchiger Erkundungstour über die Inseln (insg. Rd. 5.700 km) und die Rückreise mit den drei Stopover-Stationen genau die richtige, um diese Erlebnisse wirklich verarbeiten zu können.

Unser besonderer Dank geht an die Cruising-Reisen GmbH (www.cruising-reise.de), die für die Rahmenbedingungen des 2. Teils unserer Reise mit Empfehlungen, Tipps und vorausschauenden Buchungen gesorgt und so wesentlich zum Gelingen beigetragen hat.

 


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Beteiligte:

1.   Teil: Kreuzfahrt MS Albatros: Phoenix Reisen GmbH, Bonn

 

2.   Teil: Rund- und Rückreise: Cruising-Reise GmbH, (ehemals Frankfurt), jetzt 55271 Stadecken-Elsheim

 

Campervermietung: KEA Campers: sehr empfehlenswert

Fluglinie: Emirates: auch in der Economy-Klasse sehr gut

 

Hotels:

Waldorf Celestion, Auckland: (City-Lage, Ausstattung als Voll-Appartement mit 2 Balkonen und Küchenzeile inkl. Geschirrspüler, netter Service, Einkaufsmöglichkeiten)  sehr empfehlenswert

Belmont on Harewood, Christchurch:  (älteres, funktionell eingerichtetes Haus unter familiärer Führung, Einkaufsmöglichkeiten)  empfehlenswert

Arts Hotel, Syndey: (Lage, Ausstattung) befriedigend

Siam@Siam Design Hotel & Spa, Bangkok: (herausragender Service, tolle Bars/Pool, Einkaufsmöglichkeiten) sehr empfehlenswert

Arabian Park Hotel, Dubai: (Service, Ausstattung, Sauberkeit) wenig empfehlenswert

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Stand: 15.05.12